Wenn aus Spiel Ernst wird

Ludologie? "Was ist das?" Biologie, Psychologie und Philosophie kennen alle. Nach der Gründung des Instituts für Ludologie an der SRH Hochschule für Kommunikation und Design (design akademie berlin) guckten wir zum Teil in viele fragende Gesichter. "Was macht ihr?" Andere waren wegen einer angeblichen Doppeldeutigkeit peinlich berührt. Spieler und Gamer bekamen große Augen. "Hey, super, spannend, endlich!"

Lateinisch "ludus", das Spiel und das griechische "logos" für die Lehre, führt zur "Lehre über das Spiel", Ludologie, zur Spielwissenschaft.

In den letzten Jahren wurde der Fokus der Spielwissenschaft auf das digitale Spiel gelegt. Daraus ergaben sich  Fragestellungen rund um die Themen Gameplay (Spielmechaniken), Game Design, Lernspiele, virtuelle Welten, Künstliche Intelligenz oder auch die Wirkungsforschung, die danach fragt, welche Einflüsse von Computerspielen ausgehen.

Wir betrachten das Spielen als eine kulturprägende oder gar kulturschaffende Komponente. Was können wir von den Spielen oder mit Spielen in oder für andere Disziplinen lernen? Unser Anspruch umfasst einen transdisziplinären Forschungsansatz.

„Kurz zusammengefasst geht es u.a. um den Umgang mit dem Gegebenen (der Kultur und ihren Anforderungen an das Individuum), dem Gewünschten (dem individuell Defizitären) und dem Potenziellen (dem kulturell Defizitären); es geht damit auch um die Funktion von Spielen als kulturelle Serious Games.“1

Basierend auf dieser Annahme analysieren wir Wissenschaftler am Institut für Ludologie nicht nur Spiele, sondern auch soziale Systeme und legen ihre regulativen Ordnungen und implementierten Spielregeln mithilfe spielewissenschaftlicher Ansätze offen. Darauf aufbauend übertragen wir die in Spielsystemen erprobten Mechanismen und Prinzipien auf andere soziale Systeme, Unternehmen, Institutionen oder auch gesellschaftliche Fragestellungen. Aus dieser spielwissenschaftlichen Betrachtungsweise heraus entwickelt das Team des Instituts für Ludologie Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen für wirksame Strategien in einer schnelllebigen Zeit.

Unsere Kernkompetenzen liegen dabei in den folgenden Bereichen:

Momentan arbeitet das Institut für Ludologie an folgendenFragestellungen:

a) Was ist ein Spiel? Welche Spieltheorien bieten nahrhafte Erklärungs- und Entscheidungsmodelle für einen Transfer in andere Themenbereiche?
b) Was können Unternehmen und speziell Start-Ups von Spieleentwicklern lernen?
c) Game Studies und Game Design: Können digitale Spielewelten zum Leitmedium werden?
d) Wie lassen sich Innovationsprozesse in Unternehmen mit den Kriterien von erfolgreichen Spielemechanismen verbessern?
e) Welche Handlungsempfehlungen steuern der niedrigen Wahlbeteiligung sowie dem Nachwuchsproblem in Parteien entgegen?
f) Wie helfen Serious Games oder News Games dabei, Informationen nachvollziehbar aufzubereiten und einen Anreiz zur aktiven Auseinandersetzung damit zu geben?

[1] Tan, Wey-Han (2011): Funktionen des Spiels: Ideologisierung, Training, Bewältigung, Resilienz. [online] http://blogs.epb.uni-hamburg.de/metagames/2011/10/29/funktionen-des-spiels-ideologie-training-bewaltigung-resilienz/ [abgerufen am 18.11.2015].

www.ludologie.de

 





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